Gut veranlagt?!

Ja, natürlich, es gibt bereits eine Vielzahl anderer Finanzblogs da draußen, und das Rad werde ich auch nicht neu erfinden. Aber, spätestens bei den vielen, vermeintlich kleinen Details in Sachen Kapitalanlage stoße ich immer wieder an die Grenzen der Internet-Recherche. Wer schon einmal 50 Seiten Blog-Kommentare zu einem bestimmten Fachthema abgearbeitet hat, und am Ende nicht schlauer war als vorher, weiß sicher was ich damit meine…

Logo von gut veranlagt?!

Mein Ziel als Euer „Veranlager“ ist es daher, mehr Licht ins Dunkel zu bringen, und meine Blogbeiträge auch nach der Erstveröffentlichung möglichst aktuell zu halten. Wenn ich dabei von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte ich dem Leser und Anleger auch unkonventionelle Lösungswege anbieten, die vielleicht nicht immer direkt auf der Hand liegen.

Warum heißt der Blog „Gut veranlagt?!“

Der Blogname ist bewusst doppeldeutig gewählt: bezieht sich der Begriff „veranlagen“ im deutschen Sprachgebrauch primär auf die steuerliche Behandlung (nicht nur) von Kapitalanlagen, steht der Begriff „Kapitalveranlagung“ bei unseren Nachbarn in Österreich dagegen synonym für das, was wir in Deutschland einfach „Kapitalanlage“ nennen. Und genau darum soll es ja in diesem Blog vornehmlich gehen: die Kapitalanlage in all ihren Facetten, zu denen natürlich neben organisatorischen Fragestellungen auch (und nicht zuletzt) deren steuerliche Behandlung gehört.
Um in Österreich zu bleiben: „Der Veranlager* ist dort im Wirtschaftsjargon lt. Duden übrigens einfach der „Bankfachmann, der für Geldanlagen zuständig ist“ … 😉

Was ich hier als Euer Veranlager eher weniger adressieren werde: persönliche Anlageempfehlungen auf Einzeltitel-Ebene, meine exakten monatlichen Dividendeneinkünfte, Depotbewegungen oder dergleichen. Solche Seiten gibt es bereits zur Genüge, und ich glaube nicht, dass ich da wirklich noch einen Mehrwert liefern kann … ach ja, und „1.000% Prozent für Ihr Depot“ kann ich Ihnen (leider, leider) auch nicht versprechen!

Garantiert werde ich euch auch nicht mit endlosen, oberflächlichen Banken- oder Broker-Vergleichen langweilen, die einzig dafür da sind, mir über Affiliate-Links Einnahmen zu bescheren.

Fragen, Fragen, Fragen …

Jedenfalls, wer anfängt, sich näher mit Kapitalanlage-Themen zu beschäftigen, wird mit einer Vielzahl von Fragestellungen konfrontiert. Spätestens mit der nächsten Steuererklärung kommen dann oft auch steuerliche Detailfragen hinzu. Klar, dafür gibt es die steuerberatenen Berufe, aber ein informierter Anleger sollte doch zumindest den Anspruch haben, die eigene Vorgehensweise selbst zu verstehen und begründen zu können.
Selbst wenn der geneigte Leser sich über die Jahre bereits eine gewisse Erfahrung in Sachen Finanzen angeeignet hat, werden die Fragestellungen ja nicht einfacher:

  • Brauche ich neben dem Wertpapierdepot auch ein eigenes Fondsdepot? Einen Fondsvermittler? Was sind eigentlich Fonds-Kickbacks, und warum bekomme ich bisher keine?
  • Haben denn ob des Siegeszuges von ETFs aktiv gemanagte Investmentfonds überhaupt noch eine Daseinsberechtigung?
  • Stimmt es wirklich, dass thesaurierende Fonds grundsätzlich den ausschüttenden Fonds vorzuziehen sind?
  • Sollte man ausschließlich in EU-(UCITS-)Fonds investieren, oder auch in US-Fonds, und was sind eigentlich CEFs?
  • Macht es Sinn, mehrere Depots zu eröffnen? Welche Vor- und Nachteile haben denn eigentlich Auslandsdepots?
  • Wie behandle ich Kapitalrückzahlungen und Steuerreklassifizierungen, im speziellen bei US-Einkünften?
  • Wann gebe ich eine Anlage KAP ab, wann die neue Anlage KAP-INV?
  • Gibt es Aktien, deren Dividenden nicht pauschal (per Abgeltungsteuer) zu besteuern sind? Kann ich womöglich mit Limited Partnerships (LPs) Steuern sparen und wie hilft mir dabei die Günstigerprüfung?
  • Wie zahle ich nur so viel Quellensteuer wie unbedingt nötig, und wie hole ich mir am besten zuviel bezahlte Quellensteuer wieder zurück?
  • Macht es denn wirklich Sinn, eine Lebensversicherung weiter zu besparen, oder etwa in eine Riester-Rente aus dem Jahr 2002 einzuzahlen?
  • Was mache ich mit einer privat weiter geführten Direktversicherung?
  • Wie kann ich meine bestehenden Verträge optimieren und mich möglichst effizient in Sachen Finanzen organisieren?
  • Welche Finanzdienstleister sind denn überhaupt die richtigen Partner für mich? Wie komme ich dabei günstig weg, ohne auf wesentliche Dienstleistungen zu verzichten?

Natürlich werde ich diese Fragestellungen nicht alle zeitgleich beleuchten können, habt also ein wenig Geduld mit mir …

Ihr Feedback ist erwünscht!

Ihr seht: Eine große Bandbreite von Fragestellungen, mit denen ich mich natürlich auch selbst fortlaufend konfrontiert sehe. Dabei soll der Blog ausdrücklich kein Ratgeber im herkömmlichen Sinn sein, auch wenn sicher viele der hier aufgeführten Ideen für andere Menschen hilfreich sein können. Ich hoffe allerdings darauf, dass der geneigte Leser, die geneigte Leserin, uns ebenfalls an den gemachten Erfahrungen teilhaben lässt, und wir letztlich alle zusammen einen Erkenntnisgewinn erzielen.

Ein Hinweis noch zum Schluss: Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich keine Verantwortung für die dargestellten Sachverhalte übernehmen kann. Auch wenn ich bei der Recherche größte Sorgfalt angewendet habe, so kann ich doch nicht ausschließen, dass Sachverhalte nicht vollständig dargestellt sind und/oder der Wissensstand inzwischen veraltet ist. Dies gilt im besonderen Maße bei steuerlichen Fragen, bei denen ich im Zweifelsfall auf einen fachkundigen Steuerberater verweisen muss.

Und nun wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Austausch und viele neuen Erkenntnisse! Euer Veranlager,

im November 2020



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Bild von Gino Crescoli auf Pixabay

*„Veranlager“ auf Duden online. URL: https://www.duden.de/node/193447/revision/193483 (Abrufdatum: 04.12.2020)